Lenzburger Bezirks-Anzeiger: Mit Turnzentrum erneut in Vorreiterrolle

Sport Ende 2021 muss der Aargauer Turnverband sein Turnzentrum in Niederlenz räumen. Eine Nachfolgehalle ist in Lenzburg geplant. Nun wurden Zeit- und Finanzierungsplan vorgestellt.

Das Projekt soll wegweisend sein. Mit dem geplanten Bau eines neuen Turnzentrums verfolgt Jörg Sennrich, der Präsident des Aargauer Turnverbandes (ATV), hohe Ziele. Man will an der Lenzburger Hammermattstrasse einen Treffpunkt für Turn- und Sportbegeisterte aus dem Aargau schaffen, der zudem mithelfen soll, die aktuell dominierende Position in Sachen Kunstturnspitzensport zu verteidigen.

Der ATV braucht ein neues Turnzentrum, weil Ende 2021 der Mietvertrag für das 1998 bezogene Zentrum in Niederlenz ausläuft. Damals übernahm der Aargau mit der Schaffung dieser Trainingshalle eine Vorreiterrolle. Diese Geschichte soll mit dem nun erzwungenen Umzug und dem vollständigen Neubau eines Zentrums fortgeführt werden.

«Wir wollen mit dem neuen Turnzentrum wieder eine Vorreiterrolle übernehmen», gibt David Huser die Richtung vor. Huser ist nicht nur Chef Spitzensport im Aargauer Turnverband, sondern gleichzeitig Projektleiter des Turnzentrums Aargau.

Grosse Wettkämpfe simulieren

Die angestrebte Vorreiterrolle beinhaltet selbstredend eine topmoderne Infrastruktur, die neueste Erkenntnisse berücksichtigt. Die Spitzenathleten beiderlei Geschlechts sollen beispielsweise ihre Übungen schon beim Training auf Podesten perfektionieren, um so die Situation an grossen internationalen Turn-Wettkämpfen simulieren zu können.

Obwohl noch keine detaillierten Pläne bestehen, soll die äussere Hülle dieses Zentrums schlicht und zweckmässig daherkommen. Neben den eigentlichen Trainingsräumen gehören eine Tribüne, eine Cafeteria, ein Spiegelsaal, Garderoben, ein Physio-Bereich sowie Schul-, Sitzungs- und Büroräume zum Raumprogramm.

Neue Strukturen geschaffen

Aktuell rechnet man mit Baukosten von 12,5 Millionen Franken. Dies ist selbst für den Aargauer Turnverband mit seinen 450 Vereinen und 43000 Mitgliedern ein grosser Brocken. «Wir gingen mit aller Sorgfalt an diese Aufgabe heran und haben die entsprechenden Strukturen geschaffen», so Präsident Sennrich. Für die Planung, den Bau und die Finanzierung hat man eine GmbH gegründet und sich das nötige Wissen gesichert.

Mit einer speziellen Fundraising-Kampagne will man bis zum Spatenstich mindestens zwei Millionen Franken zusammenkriegen. Der Spatenstich ist im Herbst 2020 vorgesehen. Bis dahin müssen verschiedene Entscheide gefällt und das Baubewilligungsverfahren abgewickelt werden. «Der Zeitplan ist sportlich», so Sennrich.

Ende 2021 soll das neue Turnzentrum bezogen werden und dann den neuen Fischers, Baumanns und Hegis ideale Trainingsbedingungen für weitere Medaillengewinne bieten.

Text: Fritz Thut, Lenzburger Bezirks-Anzeiger, 26. September 2019 / Bild: Stephan Boegli

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